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Der zivilrechtliche Facharztstandard

  • Wolfgang Frahm
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Part of the Schriften zu Gesundheit und Gesellschaft - Studies on Health and Society book series (SGGE, volume 3)

Zusammenfassung

Der Begriff des medizinischen Standards wird vereinzelt noch als „anerkannte Regeln der ärztlichen Kunst“ bezeichnet. Er ist im zivilrechtlichen Arzthaftungsrecht bezogen auf die Frage nach der Verletzung der Berufspflicht zur sorgfältigen Behandlung (§ 276 Abs. 2 BGB) von besonderer Bedeutung. Denn mit ihm beantwortet sich die Frage nach dem Vorliegen eines Behandlungsfehlers. Dies betrifft nicht nur die klassische Heilbehandlung und die damit zusammenhängende Diagnostik und Befunderhebung, sondern darüber hinaus z. B. auch die ordnungsgemäße Organisation des Klinikbetriebs und die therapeutische Aufklärung des Patienten. Das Dienstvertragsrecht des BGB nimmt auf den Facharztstandard Bezug (§ 630a Abs. 2 BGB) und verwendet dabei die Pluralform Standards, weil es mehrere und unterschiedliche gibt, z. B. im Hinblick auf die verschiedenen Heilberufe und Aufgabenbereiche (Organisationsstandard, Pflegestandard etc.). Definiert ist dieser Standard im Gesetz aber nicht. In der Gesetzesbegründung heißt es dazu: „Für Ärzte ist im Regelfall auf den jeweiligen Stand naturwissenschaftlicher Erkenntnis und ärztlicher Erfahrung abzustellen, der zur Erreichung des Behandlungsziels erforderlich ist und sich in der Erprobung bewährt hat“.

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Authors and Affiliations

  • Wolfgang Frahm
    • 1
  1. 1.Schleswig-Holsteinisches OberlandesgerichtSchleswigDeutschland

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