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„Das ist halt irgendwie so ’ne Beunruhigung in mir“

Klärungsversuche bei einem Patienten mit Dickdarmentzündung
  • Thomas Bliesener
  • Karl Köhle
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Zusammenfassung

An dieser Visite wird herausgearbeitet, wie die Gesprächsziele und -methoden der Ärztin bei diesem Patienten zu einer so langen und relativ gleichförmig verlaufenden Visite führen. Zum einen ist die von der Ärztin benutzte Klärungsmethode prinzipiell recht langwierig und wird nicht einmal ausgiebig genug angewandt. Zum andern ist das von der Ärztin verfolgte Gesprächsziel der Umstimmung des Patienten kaum ohne vorausgegangene Behandlungsvereinbarungen realisierbar. Es wird gezeigt, daß die Ärztin unter diesen Umständen die Visite nur dadurch beenden kann, daß sie auf die Zustimmung des Patienten stillschweigend verzichtet und ihm statt dessen ihre eigene Entscheidung mehr oder weniger aufdrängt. Die Visite kann als Beispielfall dafür gelten, daß auch extensiver Einsatz wechselnder kommunikativer Mittel nur einen begrenzten Einfluß auf den Partner gewährleistet, wenn bei Divergenzen verbindliche Absprachen fehlen. Eine alternative Anlage der gesamten Visite wird am Schluß der Analyse besprochen.

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Weiterführende Literatur

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Nachfragen

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag 1986

Authors and Affiliations

  • Thomas Bliesener
  • Karl Köhle

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