Advertisement

Der Machtwechsel

Regierung und Opposition in den neunziger Jahren
  • Heinrich Oberreuter
Chapter

Zusammenfassung

Ob der Machtwechsel am Ende der neunziger Jahre an ihrem Anfang vorherzusehen war? Einzukalkulieren war er jedenfalls. Schließlich wäre die Ausgangsposition der Regierung Kohl ohne das historische Geschenk der Wiedervereinigung schon bei den Wahlen 1990 nicht rosig gewesen. Und bei aller in Deutschland üblichen Wertschätzung von Stabilität bei gleichzeitiger Scheu vor Experimenten: Nach 12 oder 16 Jahren erleiden nach aller Erfahrung Regierungen Verschleißerscheinungen, und die Zeit erscheint reif für einen Wechsel. Je mehr die individuelle Wahlentscheidung von persönlichen Nutzenabwägungen abhängig und die Bereitschaft gesteigert wird, Parteipräferenzen auch aus diesem Kalkül zu ändern, umso wahrscheinlicher werden solche Wechsel und umso stärker könnten sie sich beschleunigen. Die schwarz-gelbe Koalition ist schon 1994 nur denkbar knapp davongekommen (Roth/Jung 1994). 1998 erlitt sie ein Desaster. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik ist es einer Opposition gelungen, den Regierungswechsel über Wahlen herbeizuführen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Clemence, Clay, Paterson, William E. (1998): The Kohl Chancellorship, London, Portland: FrankGoogle Scholar
  2. Cass. Dahl, Robert A. (1966): Political Oppositions in Western Democracies. New Haven, London: Yale Univ. Press.Google Scholar
  3. Falter, Jürgen W., Klein, Markus (1994): Die Wähler der PDS bei der Bundestagswahl 1994. Zwischen Ideologie, Nostalgie und Protest. In: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr. 51, 52, S. 22–34.Google Scholar
  4. Feist, Ursula (1996): Wählerstimmungen und Wahlentscheidung 1994 — Zeit für einen Wechsel? In: Oberreuter, Heinrich (Hrsg.): Parteiensystem am Wendepunkt? Wahlen in der Fernsehdemokratie. München: Olzog, S. 59–76.Google Scholar
  5. Feist, Ursula, Hoffmann, Hans-Jürgen (1999): Die Bundestagswahlanalyse 1998: Wahl des Wechsels. In: Zeitschrift für Parlamentsfragen Jg. 30, S. 215–251.Google Scholar
  6. Forrester, Viviane (1997): Der Terror der Ökonomie. Wien: Zsolnay.Google Scholar
  7. Fuchs, Dieter, Roller, Edeltraud, Wessels, Bernhard (1997): Die Akzeptanz der Demokratie des vereinigten Deutschland. Oder: Wann ist ein Unterschied ein Unterschied?. In: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr. 51, S. 3–11.Google Scholar
  8. Gabriel, Oscar W., Brettschneider, Frank (1998): Die Bundestagswahl 1998: Ein Plebiszit gegen Kanzler Kohl?. In: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr. 52, S. 20–32.Google Scholar
  9. Guéhenno, Jean-Marie (1994): Das Ende der Demokratie. München: Artemis and Winkler.Google Scholar
  10. Helms, Ludger (1997): Wettbewerb und Kooperation. Zum Verhältnis von Regierungsmehrheit und Opposition im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren in der Bundesrepublik Deutschland, Großbritannien und Österreich. Opladen: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  11. Hennig, Eike (1995): Versagt die Opposition? In: Jäger, Thomas, Hoffmann, Dieter (Hrsg.): Demokratie in der Krise? Zukunft der Demokratie. Opladen: Leske + Budrich, S. 109–144.CrossRefGoogle Scholar
  12. Hilmer, Richard (2001): Ein Ruck ging durchs Land — Analyse der Wahl. In: Oberreuter, Heinrich (Hrsg.): Umbruch 98. Wähler, Parteien, Kommunikation. München: Olzog, S. 59–79.Google Scholar
  13. Jung, Matthias, Roth, Dieter (1998): Wer zu spät geht, den bestraft der Wähler. Eine Analyse der Bundestagswahl 1998. In: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr. 52, S. 3–18.Google Scholar
  14. Kirchheimer, Otto (1957): Wandlungen der politischen Opposition. In: Archiv für Rechts-und Sozialphilosophie XLIII, 1, S. 59–86.Google Scholar
  15. Kirchheimer, Otto (1966): The Vanishing Opposition. In: Dahl, Robert A. (Ed.): Political Oppositions in Western Democracies. New Haven, London: Yale Univ. Press, S. 237–259.Google Scholar
  16. Köcher, Renate (2001): Wählerstimmen und Wahlentscheidung. In: Oberreuter, Heinrich (Hrsg.): Umbruch 98. Wähler, Parteien, Kommunikation. München: Olzog, S. 81–93.Google Scholar
  17. Kommission für Zukunftsfragen der Freistaaten Bayern und Sachsen (Hrsg.) (1998): Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit in Deutschland. Entwicklungen — Ursachen — Maßnahmen. München: Olzog.Google Scholar
  18. Lipset, Seymor M., Rokkan, Stein (1967): Party Systems and Voter Alignments: Cross-National Perspectives. New York: Free Press.Google Scholar
  19. Martin, Hans-Peter, Schumann, Harald (1996): Die Globalisierungsfalle. Der Angriff auf Demokratie und Wohlstand. Reinbek: Rowolth.Google Scholar
  20. Mertes, Michael (2001): Der Zauber des Aufbruchs — die Banalität des Endes: Zyklen des Regierens. In: Hirscher, Gerhard, Korte, Karl-Rudolf (Hrsg.): Aufstieg und Fall von Regierungen. Machtverlust und Machterosionen in westlichen Demokratien. München: Olzog, S. 65–80.Google Scholar
  21. Noelle-Neumann, Elisabeth, Kepplinger, Hans-Mathias, Donsbach, Wolfgang (Hrsg.) (1999): Kampa. Meinungsklima und Medienwirkung im Bundestagswahlkampf 1998.Google Scholar
  22. Freiburg, München: Alber. Oberreuter, Heinrich (Hrsg.) (1986): Wahrheit statt Mehrheit? An den Grenzen der parlamentarischen Demokratie. München: Olzog.Google Scholar
  23. Oberreuter, Heinrich (Hrsg.) (1996): Parteiensystem am Wendepunkt? Wahlen in der Femsehdemokratie. München: Olzog.Google Scholar
  24. Oberreuter, Heinrich (Hrsg.) (2001): Umbruch 98. Wähler, Parteien, Kommunikation. München: Olzog.Google Scholar
  25. Breschle, Klaus (2001): Trotz Erfolg — gescheitert — Die Strategie der CDU. In: Oberreuter, Heinrich (Hrsg.): Umbruch 98. Wähler, Parteien, Kommunikation. München: Olzog, S. 29–46.Google Scholar
  26. Rattinger, Hans, Maier, Jürgen (1998): Der Einfluss der Wirtschaftslage auf die Wahlentscheidung bei den Bundestagswahlen 1994 und 1998. In: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr. 52, S. 45–54.Google Scholar
  27. Reinicke, Wolfgang H. (1998): Global Public Policy: Governing without Government?. Washington DC: Brookings.Google Scholar
  28. Roth, Dieter, Jung, Matthias (1994): Kohls knappster Sieg. Eine Analyse der Bundestagswahl 1994. In: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr. 51, 52, S. 3–15.Google Scholar
  29. Scharpf, Fritz W. (1998): Demokratie in der transnationalen Politik. In: Beck, Ulrich (Hrsg.): Politik der Globalisierung. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, S. 228–253.Google Scholar
  30. Schröder, Gerhard (2000): Die zivile Bürgergesellschaft. Zur Neubestimmung der Aufgaben von Staat und Gesellschaft. In: Die Neue Gesellschaft Jg. 47, S. 200–207.Google Scholar
  31. Schulz, Rüdiger (1996): Wahljahr ‘84: Eine demoskopische Bilanz. In: Oberreuter, Heinrich (Hrsg.): Parteiensystem am Wendepunkt? Wahlen in der Fernsehdemokratie. München: Olzog, S. 37–57.Google Scholar
  32. Sebaldt, Martin (1992): Die Thematisierungsfunktion der Opposition. Die parlamentarische Minderheit als innovative Kraft im politischen System der Bundesrepublik Deutschland. Frankfurt a.M.: Peter Lang. ZukunftskommissionGoogle Scholar
  33. Friedrich-Ebert-Stiftung (1998): Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, sozialer Zusammenhalt, ökologische Nachhaltigkeit. Bonn: Dietz.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2002

Authors and Affiliations

  • Heinrich Oberreuter

There are no affiliations available

Personalised recommendations