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„…wobei dieses Verpflichtungsgefühl auch dabei ist“ – Kategoriale Mehrfachzugehörigkeit und Vergemeinschaftungsprozesse beim Zugang zum Forschungsfeld

  • Halyna LeontiyEmail author
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Zusammenfassung

Im Zentrum des Beitrags steht die Frage nach dem Umgang mit der Mehrfachkategorisierung und Kategoriengenerierung, die bereits während der ersten Schritte beim Zugang zum Forschungsfeld „Plattdeutscher Nachmittag“ (im Kontext der Beforschung von Spätaussiedler/innen aus der ehemaligen Sowjetunion) vollzogen werden. Expliziert wird dies anhand der hermeneutischen Interpretation von zwei Datensorten: eines Anschreibens seitens der Forscherin an eine relevante Person im Forschungsfeld sowie eines Gedächtnisprotokolls nach der Kontaktaufnahme mit dieser Person. In Anbetracht der besonderen Interaktionsdynamik, die sich zwischen der Forscherin und der Person aus dem Feld entwickelt, stellt sich des Weiteren die Frage nach den Prozessen, die im Laufe dieser Interaktion die Zugangsregeln zur Feldforschung und somit das Feld selbst konstituieren.

Schlüsselwörter

Feldforschungszugang Hermeneutik Migration Spätaussiedler/innen aus der ehemaligen Sowjetunion Zugehörigkeit Mehrsprachigkeit 

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© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2020

Authors and Affiliations

  1. 1.Interdisziplinären Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (InZentIM)Universität Duisburg-EssenTübingenDeutschland

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