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Leistungswillige mögen konservative Muster — Zu ausgewählten Korrelaten der Beurteilung vorgegebener Pläne

  • Rainer Dollase
  • Tanja Schatz
  • Kai-Christian Koch
Chapter
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Zusammenfassung

In der Konfrontation mit einem modernen Schlagwortcocktail — Zeitflexibilisierung, Mobilzeiten, Zeitkonten, Telearbeit, Gleitzeit, „atmende“ Fabrik, Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft (Garhammer, 1994; Rinderspacher, 1987) etc. — bekommt man leicht das Gefühl, daß der erfolgreiche Mensch der Zukunft prinzipiell zu jeder Tages- und Nachtzeit, samstags, sonntags wie feiertags zur Arbeit bereit sein muß. Im Zuge einer Sicherung der internationalen Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft wird zuerst (oder zuletzt?) dem Menschen und seinen eingeschliffenen Gewohnheiten das Äußerste abverlangt. Ob dies ein sinnvoller und richtiger Weg ist oder ob andere Parameter zunächst hätten verändert werden müssen, ist nicht Gegenstand dieser Arbeit. Aus psychologischer Sicht drängt sich allerdings die Frage auf, ob der total flexibilisierte Mensch, dessen zeitliche Ordnung und Rhythmen gründlich durcheinander gewirbelt werden, auch ein leistungswilliger, ein leistungsfähiger Arbeitnehmer ist. Es wäre ja immerhin denkbar, daß flexibilisierte Arbeits-und Freizeitmuster insbesondere für Bummelanten, weniger leistungsfähige und eher ziellos dem Leben gegenüberstehende Menschen attraktiv ist. Die nächste wichtige Frage wäre dann, ob die Auswirkung einer Aufhebung der konventionellen zeitlichen Ordnung nicht auch negative Wirkungen auf die Leistungsmotivation und die tatsächlichen Leistungen von Arbeitnehmern haben. Diese Frage kann empirisch noch nicht beantwortet werden.

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Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Rainer Dollase
  • Tanja Schatz
  • Kai-Christian Koch

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