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Der Balanceakt Zeit — zur sozialen Genese der individuellen Selektion temporaler Muster

  • Manfred Garhammer
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Zusammenfassung

Der Beitrag versucht, die immer dringlichere und zugleich schwierigere Suche der Menschen nach für ihre Wünsche angemessenen temporalen Mustern vor dem Hintergrund gesamtgesellschaftlicher Veränderungen einzuordnen und zu verstehen: Die Kernthese ist, daß der „Balanceakt Zeit“ (Garhammer, 1994), das Management ihres Alltags und Lebens, den Zeitgenossen in dem Maß als Aufgabe zuwächst und sich zur aufwendigen „Arbeit des Alltags“ (Jurczyk und Rerrich, 1993) auswächst, wie Zeitinstitutionen der modernen Gesellschaft dereguliert werden. Daß Menschen mit Zeit wie mit Geld kalkulieren, daß sie neben dem, daß sie arbeiten, konsumieren, Freunde haben, in Vereine gehen etc., ihren Zeitaufwand dafür und die ideale Reihenfolge dabei zum Gegenstand einer methodischen Zusatzanstrengung machen, ist keine Universalie menschlicher Kulturen, keine Konstante im menschlichen Handeln. Es ist aus unserer Perspektive ein soziales Phänomen des gegenwärtigen Stadiums moderner Gesellschaften.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Manfred Garhammer

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