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Welchen Kalender würden Sie wählen? — Präferenzen für die visuelle Zeitrepräsentation von Makro-Abschnitten

  • Kai-Christian Koch
  • Rainer Dollase
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Zusammenfassung

Innerhalb der psychologischen Forschung hat der Gebrauch von Kalendern folgende Bedeutung: 1. Wird der Kalender als Gedächtnis- oder Erinnerungshilfe untersucht. Dies geschieht bei normalen wie kranken oder älteren bzw. gedächtnisgestörten Menschen (Herrmann, Petro, 1990; Flores, Schloss, Alper, 1995; Schumann-Hengsteler, Scheffler, Trotschler, 1993; Lipman, Caplan, Schooler, Lee, 1995 u.a.). Auch zur Förderung der prospektiven Erinnerung an kommende Termine hat die Untersuchung von Kalendern eine Funktion: z.B. wird der Papierkalender als dem elektronischen Kalender überlegen ermittelt, da in Papierkalendern ein prospektives Blättern das Gedächtnis für zukünftige Termine wohl besser festigt als bei elektronischen Kalendern (Payne, 1993). 2. Für viele Studien wird der Kalender mit Tages-, Wochen-, Monats- und Jahreseinteilungen zugrundegelegt, um bestimmte Rhythmen zu untersuchen. Larsen und Kasimatis (1990) untersuchten etwa den wöchentlichen Rhythmus der Launenveränderung (mood). Zumeist werden die kalendarischen Einteilungen auch als psychologisch sinnvolle Einheiten ermittelt. 3. Gelegentlich spielt das Layout von Papierkalendern eine Rolle, und zwar bei der Erforschung der schnellsten Suchzeit nach vorgegebenen Terminen (vgl. White, 1989). Nach Whites Untersuchung ist die horizontale Tagesanordnung in Monatskalendern mit kürzeren Suchzeiten verbunden als die vertikale. 4. Innerhalb der Entwicklungspsychologie (vgl. Friedman, 1989; Westman, 1987) spielt die Aneignung und kognitive Repräsentation unseres Kalendersystems eine bedeutsame Rolle. Nach Friedman (1989) sprechen Untersuchungen und Experimente eher dafür, daß wir eine bildliche Repräsentation des Wochen- und Monatssystems im Laufe der menschlichen Ontogenese erwerben. Ähnlich auch Huttenlocher u.a. (1992), die eine kalenderähnliche kognitive Repräsentation von Zeit (5 Werktage, 2 freie Tage) finden. Temporale Abschnitte und Distanzen werden im allgemeinen eher wie räumliche Distanzen beurteilt (vgl. Friedman, 1989). 5. Kalender- und Wochentagebücher werden als Methodeninstrumente innerhalb der Marktforschung überprüft (vgl. Frohn, 1983). Nach Frohns Untersuchung werden Einkaufsgüter, die mehrmals wöchentlich eingekauft werden, in Monatskalendern in höherer Menge eingetragen als in Wochenkalendern.

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Literatur

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Kai-Christian Koch
  • Rainer Dollase

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