Advertisement

„Erst die Arbeit, dann das Spiel“ — die systematische Reihenfolgebewertung von Tätigkeiten

  • Rainer Dollase
  • Kai-Christian Koch
  • Michaela Schraven
Chapter
  • 60 Downloads

Zusammenfassung

Die zentrale Annahme und Behauptung des temporalen Musteransatzes ist es, daß die Untersuchung der Reihenfolge von Tätigkeiten (die dann das spezifische temporale Muster bilden) von entscheidender Bedeutung für den Fortschritt von Empirie und Theorie der Zeitverwendungsforschung ist. Spezifische Muster bzw. Reihenfolgen haben unterschiedliche Effekte und auch unterschiedliche Ursachen — so die Vermutung. Es gibt, so die These weiter, ideale Reihenfolgen von Tätigkeiten, die aus den unterschiedlichsten Gründen vom Individuum gewünscht werden. Solche Gründe können z.B. sein: Die Logik der Tätigkeiten erfordert diese Reihenfolge, die Psychodynamik von Erregung und Beruhigung als Begleiterscheinung verschiedener Tätigkeiten führt zu einem hedonistischen Optimum oder Gewohnheiten legen eine bestimmte Reihenfolge der Tätigkeiten als ideal nahe, mit Sicherheit auch Biorhythmen (Gutenbrunner, Hildebrandt & Moog, 1993; Hildebrandt, 1991) etc. (vgl. Einleitung). Um die innere zeitliche Ordnung zu erfassen, eignen sich nur Tätigkeitsreihenfolgen, bei denen die Einzeltätigkeiten in keinem logischen Zusammenhang miteinander stehen, sondern die in jeder beliebigen Reihenfolge auch ausgeführt werden können. Wie stark uns beispielsweise Gewohnheiten prägen, kann man an dem temporalen Muster der Tätigkeiten „Suppe“, „Hauptgericht“, „Nachtisch“ erkennen — jede beliebige Reihenfolge dieser drei Menüteile wäre physiologisch unbedenklich (Kinder z.B. haben keine Probleme, diese Reihenfolge durcheinanderzubringen). Dennoch werden vermutlich die meisten Menschen die Reihenfolge „Suppe“, „Hauptgericht“, „Nachtisch“ wählen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Baer, K.; Ernst, G.; Nachreiner, F. and Schay, T. (1981). Psychologische Ansätze zur Analyse verschiedener Arbeitszeitsysteme. Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, 35(3), 136 — 141.Google Scholar
  2. Baer, K.; Ernst, G.; Nachreiner, F. and Volger, A. (1985). Subjektiv bewertete Nutzbarkeit von Zeit als Hilfsmittel zur Bewertung von Schichtplänen. Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, 39(3), 169 — 173.Google Scholar
  3. Gutenbrunner, C.; Hildebrandt, G. and Moog, R. (1993). Chronobiology and Chronomedicine. Basic Research and Applications. Frankfurt u.a.: Peter Lang.Google Scholar
  4. Hildebrandt, G. (1991). Leben gegen den inneren Rhythmus. Psychologie heute (2), 62 —67.Google Scholar
  5. Nachreiner, F. (1984). Psychologische Probleme der Arbeitszeit — Schichtarbeit und ihre psychosozialen Konsequenzen. Universitas, 39, 349 — 356.Google Scholar
  6. Schraven, M. (1994). Temporale Muster — eine empirische Untersuchung bei Besuchern einer Freizeiteinrichtung. Diplomarbeit, Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft, Universität Bielefeld.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Rainer Dollase
  • Kai-Christian Koch
  • Michaela Schraven

There are no affiliations available

Personalised recommendations